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Sportmedizin - Diabetes und
Sport
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Diabetes und Sport
Schätzungsweise fünf Millionen
Menschen sind in Deutschland an Diabetes
mellitus erkrankt. Weil vor allem der
Typ-2-Diabetes im Anfangsstadium kaum
Beschwerden macht, gehen Experten zusätzlich
von einer hohen Dunkelziffer aus. Demnach
wären sogar sieben bis acht Millionen
von der Zuckerkrankheit betroffen. Und
ein weiterer Anstieg der Krankheitsfälle
wird befürchtet: Gab es 1997 weltweit
noch 140 Millionen Typ-2-Diabetiker,
soll sich ihre Zahl bis zum Jahre 2025
verdoppeln. Die Gründe dafür
sind unter anderem das sich weiter verbreitende
Übergewicht auch junger Bevölkerungskreise
und Bewegungsmangel.
Ein
alarmierender Trend, insbesondere, da
die Erkrankung schwerwiegende Folgeprobleme,
wie Neuro-, Nephro- und Retinopathien
sowie Herz-Kreislauferkrankungen nach
sich ziehen kann, die ohne die intensive
Mitwirkung der Patienten nicht vermieden
beziehungsweise gemildert werden können.
So haben Diabetiker ein zwei- bis viermal
so hohes Risiko, einen Schlaganfall
oder einen Herzinfarkt zu erleiden,
wie gesunde Menschen.
Betroffene
müssen deshalb ihren Blutzucker
im Auge behalten und sich diabetesgerecht
ernähren. Während Typ-1-Diabetiker
von Anfang an Insulin spritzen müssen,
gibt es für Typ-2-Diabetiker abgestufte
Behandlungsmöglichkeiten. Zunächst
können sie ihre zu hohen Blutzuckerwerte
durch eine Diät, Gewichtsreduktion
und Sport senken. Wenn dies nicht ausreicht,
stehen verschiedene blutzuckersenkende
Medikamente in Tablettenform alleine
oder in Kombination mit Insulin zur
Verfügung. Alle Typ-1-, aber nur
rund ein Viertel der deutschen Typ-2-Diabetiker
benötigen Insulin.
Mit
Sport das Risiko für Folgeerkrankungen
senken
Sport hat nicht nur in der Anfangsphase
des Typ-2-Diabetes einen therapeutischen
Effekt. Weil er die Stoffwechselsituation
insgesamt verbessert, vermindert er
auch später das Risiko für
Folgeerkrankungen. Darüber hinaus
wirkt Sport bei Risikopatienten sogar
vorbeugend. "Studien zeigen, dass
regelmäßige Bewegung bei
Patienten mit einer pathologischen Glukosetoleranz
einem Vorstadium des Typ-2 -Diabetes
in bis zu 60 Prozent der Fälle
den Ausbruch der Krankheit verhindern
kann", sagt Dr. med. Peter Zimmer,
Oberarzt an der II. Medizinischen Klinik
des Klinikum Ingolstadt und Vorsitzender
der Initiativgruppe Diabetes und Sport
e.V. "Sport beeinflusst letztlich
alle Risikofaktoren des Typ-2-Diabetikers
günstig", sagt Dr. Zimmer.
Durch
körperliche Bewegung wird mehr
Glukose in die Muskulatur geschleust,
dadurch sinkt der Blutzucker. Nach rund
30 Minuten Belastung verbrennt die Muskulatur
zusätzlich auch Fett. "Auf
diesem Wege wird das Lipidprofil deutlich
positiv beeinflusst", so Dr. Zimmer.
Gleichzeitig steigt die Insulinempfindlichkeit
der Muskelzellen. Dadurch führt
die gleiche Insulinmenge zu einer stärkeren
Blutzuckersenkung, oder dieselbe Menge
Zucker in der Nahrung zu einem geringeren
Anstieg des Blutzuckers. Auch die Stoffwechselleistung
der Muskulatur, also die Verbrennung
von Glukose und Fetten bei körperlicher
Belastung, nimmt zu. Dadurch wird letztlich
die Gewichtsreduktion erleichtert. Außerdem
sinkt auch der Blutdruck.
"Die
positiven Wirkungen halten bis zu 72
Stunden nach dem Training an",
sagt Dr. Zimmer. Um dauerhaft zu profitieren
sollten die Patienten deshalb mindestens
dreimal pro Woche trainieren.
Bei
Typ-1-Diabetikern verspricht Sport zwar
keinen unmittelbaren therapeutischen
Nutzen, regelmäßige Bewegung
verbessert aber auch bei ihnen die körperliche
Leistungsfähigkeit, das Lipidprofil,
das Selbstbewusstsein und damit auch
die Lebensqualität.
Fachärztliche
Beratung und Schulung sind unverzichtbar
Die meist jugendlichen Typ-1-Diabetiker
können grundsätzlich jeden
Sport ausüben. Typ-2-Diabetiker
sind dagegen oft durch diabetische Folge-Erkrankungen
in ihrer Wahl eingeschränkt. "Für
Typ-2-Diabetiker sind vor allem dynamische
Sportarten empfehlenswert wie Schwimmen,
Laufen, Skilanglauf, Walken, Nordic-Walken,
Golfen, Tanzen oder Wandern. Von Kraftsportarten
raten wir dagegen grundsätzlich
ab, vor allem wenn zusätzlich ein
hoher Blutdruck vorliegt", sagt
Dr. Peter Zimmer. Generell sollten Diabetiker,
die sich regelmäßig körperlich
bewegen wollen, einen erfahrenen Diabetologen
aufsuchen, der mögliche Risikofaktoren
ausschließt.
Notwendig
ist außerdem eine ausführliche
Schulung vor allem für Diabetiker,
die Insulin spritzen oder blutzuckersenkende
Tabletten einnehmen. Denn um eine Hyper-
oder Hypoglykämie zu verhindern,
müssen sie ihre Blutzuckerwerte
auf die aktuellen Belastungen einstellen
entweder indem sie ausreichend
Zusatz-Kohlenhydrate zuführen oder
die Insulin-Dosis entsprechend reduzieren.
In speziellen Sportgruppen können
vor allem Typ-2- Diabetiker unter fachlicher
Anleitung oder teilweise sogar unter
ärztlicher Aufsicht langsam ihre
eigene Leistungsfähigkeit erkunden.
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